- Vera Molnar
- Geboren 1924 in Budapest, Ungarn; 1942-1947 Studium an der Akademie Budapest, mit Diplom in den Fächern Kunstgeschichte- und ästhetik;
lebt seit 1947 in Frankreich;
- seit 1968 Arbeit mit dem Computer; 1974-76 Entwicklung des Molnart-Programms;
- von 1985-1990 Professur an der Universität Paris 1, Sorbonne;
- Lebt in Paris.
- Zahlreiche Gruppen-Ausstellungen in Europa, USA und Japan; Arbeiten in öffentlichen und privaten Sammlungen
|
|
- Meine Arbeit mit dem Computer
Auf der Suche nach einer visuellen Basis, fing ich an, Serien zu entwerfen. Ich benutzte sehr einfache Regeln der Kombinatorik und einige ebenfalls sehr einfache geometrische Formen und führte, Schritt für Schritt, kleine Modifikationen ein, entweder in der Proportion des Basiselementes oder in der Weise des Zusammenfügens. Mein Ziel war es nicht, eine beliebige Menge von Bildern zu erarbeiten; diese Serien haben in der Weise Sinn, da ich da eine Möglichkeit habe, visuelle Situationen, die sich sehr ähnlich
sind, nebeneinander zu stellen und zu erproben. Diese Vergleiche meiner Bilder untereinander stellen auch meine Freunde an, die sich dafür interessieren, denn ich arbeite ja für sie. Die Frage ist, ob man hier und da durch dieses Nebeneinandersehen eine wesentliche Änderung, eine eigenartige visuelle Situation findet, die man Kunst nennen könnte. Das grundlegende Problem meiner ganzen Tätigkeit besteht darin, diese Erscheinung, diese "Epiphanie" des Pähnomens Kunst, zu erfassen.
Die serielle Arbeit ist wie ein visueller Dialog zwischen Maler und Gemaltem. Alle Etappen einer solchen Serie sind natürlich keine Kunstwerke im traditionellen Sinn. Es sind Proben, es sind Etappen einer malerischen Forschung. Ich akzeptiere immer nur einen sehr kleinen Prozentsatz dieser visuellen Möglichkeiten.
In meinen Augen hat meine ganze Arbeit einen hypothetischen Charakter. Um meine Forschungsserien wirklich systematisch zu verarbeiten, verwende ich zunächst eine Technik, die ich "Machine Imaginaire" ( 1959-68) nannte. Ich stellte mir vor, ich hätte einen Computer. Ich entwarf ein Programm, und dann, Schritt für Schritt, realisierte ich einfache, begrenzte Serien, die aber in sich geschlossen waren, also keine einzige Formkombination ausließen. Sobald es mir möglich war, ersetzte ich den Scheincomputer, die ausgedachte Maschine, durch einen echten Computer.
|